Elektro-Scooter fluten momentan die Großstädte. Von Wien bis Linz sind die kompakten Roller unterwegs – und werfen einige Fragen auf: Was sagt das Gesetz in Österreich zu den E-Scootern? Wie nachhaltig ist das alternative Fortbewegungsmittel und was muss beim Ausleihen beachtet werden?

Scheinbar aus dem Nichts waren sie auf einmal überall: E-Scooter. Nach Carsharing und Bikesharing bieten verschiedene Anbieter inzwischen auch den Elektro-Roller zum Teilen an. Und das offensichtlich mit Erfolg: Wer in Wien unterwegs ist, begegnet den Scooter-Fans an jeder Ecke. Und vielleicht waren Sie ja selbst auch schon auf einem der Roller unterwegs?

Elektro-Scooter ausleihen – so funktioniert‘s

Allein in Wien bringen aktuell sechs Anbieter ihre E-Scooter-Flotte auf die Straße. Wer eine Runde drehen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und sich die App des passenden Anbieters herunterladen – zum Beispiel bei Tier oder Lime. Dann kann’s losgehen: Zu einer Startgebühr von einem Euro kommen Zusatzkosten von 15 bis 25 Cent pro Minute. Stolze 20 bis 30 km/h bringen die Roller auf die Straße und können in dem vom Anbieter definierten Geschäftsgebiet genutzt werden – welches Gebiet das ist, wird in der App übersichtlich angezeigt.

Das sagt das Gesetz in Österreich

Grundsätzlich kann man sagen: Für E-Scooter-Fans gelten im Straßenverkehr dieselben Gesetze wie für Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen – jedenfalls dann, wenn der Roller eine maximale Motorleistung von 25 km/h oder 600 Watt hat. Das bedeutet:

  • Gehwege und Gehsteige sind grundsätzlich tabu.
  • Fahrradwege & Co. dürfen jedoch auch mit dem E-Roller genutzt werden.
  • Wer in Fußgängerzonen oder Wohnstraßen unterwegs ist, muss seine Geschwindigkeit anpassen und auf den Fußgängerverkehr achten.
  • E-Scooter dürfen nur auf Gehsteigen geparkt werden, wenn diese mindestens 250 cm breit sind.
  • Wie beim Fahrradfahren ist Telefonieren unterwegs nur mit Freisprecheinrichtung erlaubt.
  • Auch wer über 0,8 Promille Alkohol intus hat, muss auf die Scooter-Fahrt verzichten.
  • Kinder unter zwölf Jahren dürfen nur mit Helm fahren.
  • Die Wiener Linien verbieten die Fahrt mit dem E-Scooter auf ihren Bahnsteigen.

Wie umweltfreundlich sind die Elektro-Scooter?

Einer der Anbieter, der auch in Wien vertreten ist, ist Lime. Ein US-Unternehmen, das sich smarte Mobilität auf die Fahnen geschrieben hat und will, dass jeder umweltschonend mobil sein kann. Finden wir super, doch wie nachhaltig ist die Rollerfahrt wirklich? In einer US-Studie wurde die CO2-Emission pro Person und Kilometer verschiedener Fortbewegungsmittel kürzlich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Der E-Scooter stößt 126 Gramm aus – im Vergleich zum Auto mit 257 Gramm eine gute Bilanz. Aber: Das Fahrrad liegt bei nur 5 Gramm und sogar ein dieselbetriebener Bus kommt auf nur 51 Gramm. Die Öko-Bilanz ist also nicht ganz so positiv wie erwartet, was wohl am schnellen Verschleiß der Scooter sowie am hohen Aufwand, der beim Einsammeln der abgestellten Roller entsteht, liegt.

Vorteile und Nachteile im Überblick

E-Scooter sind Trend – so viel steht fest. Die Vorteile: Sie sind richtig praktisch, wenn Sie spontan und schnell von A nach B kommen wollen. Die Bedienung ist einfach, die Nutzung der App ebenso und der Spaßfaktor ist auch nicht zu unterschätzen. Wer den elektronischen Roller auf kurzen Strecken als Alternative zum Auto nutzen will, macht definitiv ein Upgrade in Sachen Umweltschutz und trägt mit dem platzsparenden Roller in der Stadt nicht groß zum Stauaufkommen bei. Super!

Zu den Nachteilen zählt, dass die E-Scooter nur begrenzt in städtischen Gebieten nutzbar sind. Die CO2-Bilanz zeigt: mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad (informieren Sie sich auch über die Bikesharing-Anbieter in Ihrer Stadt) sind Sie um einiges umweltfreundlicher und meist auch günstiger unterwegs. Denn auch, wenn sich die Kosten für eine Rollerfahrt im Rahmen halten – mit Bus und Bahn kommen Sie in den meisten Fällen günstiger ans Ziel.

Was die Sicherheit der E-Roller angeht und ob sich die schlanken Flitzer bald nahtlos ins Straßenbild einfügen, bleibt abzuwarten. Wir sind gespannt und behalten den Mobilitätstrend im Blick.

 

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Quellen:
Autorevue
Autorevue
Süddeutsche.de

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