Künstliche Intelligenz ist eins der Zukunftsthemen der Automobilbranche. Erste KI-Systeme wie die Sprachsteuerung haben sich bereits etabliert. Andere – wie das autonome Fahren – liegen noch in weiter Ferne. Wir haben uns das selbstfahrende Auto mit allen Vor- und Nachteilen angeschaut und werfen einen Blick in die Glaskugel: Wann fahren wir alle autonom?

Künstliche Intelligenz (KI) steht für Software, die versucht, menschliche Entscheidungen nachzubilden. Anders gesagt: Entscheidungen, für die der Mensch Intellekt einsetzen muss, soll auch ein Computer erledigen können. Gerade in der Automobilindustrie ist KI deswegen hoch im Kurs: Sprachsteuerung, Navigationssysteme oder Verkehrsschilderkennung – alles Systeme, in denen bereits künstliche Intelligenz steckt. Besonders spannend wird es aber, wenn es um autonomes Fahren aka das selbstfahrende Auto geht.

 

Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren: Der Status Quo

Die Utopie sieht ungefähr so aus: Auf unseren Straßen fahren PKW, Taxen und Busse so reibungslos umher wie Zahnräder, die perfekt ineinandergreifen. Keine Unfälle, alles im Blick, immer pünktlich. Die künstliche Intelligenz in selbstfahrenden Fahrzeugen ist auf alle Verkehrsszenarien vorbereitet, wir können uns entspannt zurücklehnen und von A nach B pendeln. Klingt super, ist aber noch Zukunftsmusik. Zum einen ist die Technik noch nicht so weit, zum anderen zeigen Umfragen, dass die meisten Autofahrer*innen sich (noch) nicht vorstellen können, die Kontrolle hinterm Lenkrad abzugeben. Auch die Angst vor Hackern ist ein Thema. Als Unterstützung im Stau oder beim Einparken sind künstlich intelligente Systeme und digitale Assistenten schon eher willkommen.

 

Aktuelle Beispiele für automatisiertes Fahren

Die Autobranche arbeitet am autonom fahrenden Auto und präsentiert regelmäßig neue Errungenschaften auf dem Weg dorthin. Zum Beispiel Nahverkehrsbusse, die auf vorprogrammierten Strecken in Europa unterwegs sind. Auch der Stauassistent im Audi A8 von 2018 macht es möglich, im Stau und auf der Autobahn die Hände vom Lenker zu nehmen – das Auto übernimmt. Technologien wie der Tempomat oder Spurhalteassistenten machen so zumindest assistiertes Fahren schon möglich. Erste automatisierte Fahrzeuge gibt es also bereits, bis zum komplett selbstfahrenden Auto ist es aber noch ein langer Weg.

 

Wann erobert das selbstfahrende Auto unsere Straßen?

Eine 2018 erschienene Prognos-Studie geht davon aus, dass frühestens ab 2040 komplett autonom fahrende PKW angeboten werden. Assistenzsysteme werden aber schon vorher zunehmend genutzt werden. Dennoch: Ein Auto ist im Schnitt bis zu 20 Jahre im Einsatz, weshalb der Technologie-Wechsel nur langsam vorankommt. Deswegen werden noch lange „normale PKW“ neben automatisierten und später auch autonomen Modellen unterwegs sein. Eine Studie von Capgemini zeigt außerdem: Die Automobilbranche ist zwar dran am Thema KI, aber immer mehr Unternehmen schrauben ihre Bemühungen zurück. Schade, denn insbesondere das selbstfahrende Auto könnte unser Leben deutlich verbessern.

 

Mehr Freiheit, mehr Sicherheit: Vorteile des autonomen Fahrens

  1. Automatisierte Fahrzeuge bieten die Chance, ältere und weniger mobile Menschen besser in die Gesellschaft zu integrieren. Das macht vor allem Sinn, weil unsere Gesellschaft immer älter wird. Für alle, die im Alter nicht mehr sicher hinterm Steuer unterwegs sind, ist das selbstfahrende Auto die perfekte Alternative.
  2. Außerdem könnte die Zeit in selbstfahrenden Fahrzeugen zum Entspannen oder Produktivsein genutzt werden. Bedeutet: Mehr Zeit, Energie und Komfort.
  3. Im besten Fall sorgt autonomes Fahren für einen flüssigeren Verkehr. Das ist nicht nur stressfreier, sondern auch umweltschonender.
  4. Das Beste: Je automatisierter das Fahren, desto niedriger die Unfallzahlen. Denn leider ist fast immer menschliches Versagen Grund für einen Autounfall. Voraussetzung dafür sind natürlich Top-Systeme, die Verkehrssituationen fehlerfrei einschätzen können.

 

Von assistiert bis autonom: Die 5 Level des automatisierten Fahrens

Wenn es um assistiertes Fahren geht, spricht man von fünf Stufen oder Level. Erst die letzte Stufe steht für das komplett autonome Fahren.

 

Level eins: Assistiertes Fahren

Fahrer und Fahrerin müssen das Auto nach wie vor unter Kontrolle haben, den Verkehr beobachten und die Haftung übernehmen, falls Verkehrsregeln gebrochen werden oder Unfälle entstehen. Systeme wie der Tempomat oder ein Spurhalteassistent unterstützen lediglich beim eigenverantwortlichen Fahren.

Level zwei: Teilautomatisiertes Fahren

Der Fahrer beziehungsweise die Fahrerin sind nach wie vor komplett eigenverantwortlich (siehe Level eins). Dennoch führt das Auto einige Aufgaben selbständig aus. Zum Beispiel bremsen, beschleunigen oder die Spur halten. Auch automatisches Einparken fällt in diese Kategorie.

Level drei: Hochautomatisiertes Fahren

Beim hochautomatisieren Fahren gibt es Fälle, in denen der/die Fahrer*in auch mal den Blick vom Verkehr nehmen darf. Das Auto fährt eigenständig. Das System informiert Fahrer oder Fahrerin, wenn eingegriffen werden muss. Die Aufgaben, die der PKW selbst ausführt, sind meistens zeitlich begrenzt und kommen nur in definierten Situationen zum Einsatz. Hochautomatisiertes Fahren eignet sich besonders für die Autobahn: Der Wagen fährt selbst, während Fahrer oder Fahrerin zum Beispiel ein Buch lesen können. Wer Haftung und Bußgelder übernimmt, ist rechtlich noch nicht ganz geklärt.

Level vier: Vollautomatisiertes Fahren

Ab diesem Level geben Fahrer oder Fahrerin die Fahrzeugführung auf bestimmten Strecken komplett ab – das Auto könnte dann sogar ohne Insassen fahren und Passagiere haften nicht für Verkehrsverstöße oder Unfälle. Unternehmen wie Google und Uber arbeiten noch am vollautomatisierten Auto, auch rechtliche Rahmenbedingungen sind noch nicht abschließend geklärt.

Level fünf: Autonomes Fahren

Et voilà: Das selbstfahrende Auto! Passagiere müssen im Auto nichts mehr tun, das Fahrzeug kann den kompletten Verkehr inklusive komplexer Situationen selbst bewältigen und bei Verstößen haften Insassen auch nicht mehr. Wir sind gespannt, wann es so weit ist.

 

Autonomes Fahren – eine Frage der Ethik?

Das selbstfahrende Auto ist ein Sehnsuchtsobjekt, wirft aber auch einige Fragen auf. Da, wo Technologie komplett übernimmt, sind diese Fragen besonders oft ethische: Automatische Fahrsysteme sammeln viele Daten, um funktionieren und „dazulernen“ zu können – kann das zu einer Totalüberwachung des Menschen führen? Wie kann man ausschließen, dass Systeme nicht manipuliert werden? Wie kann sichergestellt werden, dass ein System in einer Unfallsituation kein Menschenleben dem anderen vorzieht – aber einen Sachschaden in Kauf nimmt, wenn dadurch ein Mensch geschützt werden kann? Und vor allem: Wer trägt bei Unfällen die Verantwortung? Eine erste Ethikkommission hat sich 2017 mit diesen Fragen beschäftigt und ethische Leitlinien entwickelt. Dennoch: Die Diskussion ums autonome Fahren ist noch nicht abgeschlossen.

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Quellen: Gründerszene, ADACcapgemini.comADACsueddeutsche.debmvi.de

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