Das Bonus-Malus-System kommt in Österreich bei Kfz-Versicherungen zum Einsatz und betrifft alle, die mit einem PKW oder einem kleinen LKW unterwegs sind. Es wirkt sich auf die Berechnung der Versicherungsprämie aus und ist im Kern ein Anreizsystem, das Fahrer*innen im Straßenverkehr zu einem umsichtigen und verkehrsregelkonformen Fahrverhalten motivieren soll. Wir schauen uns an, wie das System funktioniert und welche Bonus-Malus-Stufen es gibt.

Wie funktioniert das Bonus-Malus-System in Österreich?

Schließen Sie eine Kfz-Versicherung in Österreich ab, werden Sie einer Bonus-Malus-Stufe zugeteilt – und die hat Einfluss auf die Höhe Ihrer Prämie. Dabei werden Versicherte, die zum ersten Mal über das Bonus-Malus-System erfasst werden, der Grundstufe 9 (auch Basisstufe genannt) zugeteilt. Auch Versicherungsnehmer*innen, auf die in den letzten drei Jahren kein Auto zugelassen war, landen meist hier. Auf dieser Stufe zahlt die versicherte Person zunächst eine Versicherungsprämie in hundertprozentiger Höhe. Dann folgt ein Beobachtungszeitraum von circa einem Jahr. Fährt die Person in dieser Zeit schadenfrei, wird sie um eine Bonusstufe herabgestuft – und die Prämie wird günstiger. Kommt es jedoch zu einem selbstverschuldetem Schadenfall, wird man wieder hochgestuft und landet im Malusbereich – und es wird teurer. So kann man sich innerhalb der Bonus-Malus-Tabelle hoch- oder runterbewegen.

Prämienberechnung: Nicht nur die Bonus-Malus-Stufe zählt

Gut zu wissen: Nicht nur die Bonus-Malus-Stufe wirkt sich auf die Höhe der Prämie aus. Auch das Modell Ihres Autos und dessen Ausstattung schlägt sich in den Kosten nieder. Auch die jährliche Kilometerzahl, der Lenkerkreis und Personendaten werden berücksichtigt: Wie alt sind Sie? Wie Ihre individuelle Prämie aussehen kann? Lassen Sie sich hier unverbindlich Ihre nexible-Prämie berechnen – in nur 60 Sekunden.

Wie viele Bonus-Malus-Stufen gibt es in Österreich? Die Standard-Tabelle

Das Bonus-Malus-System wird in der Regel über eine Tabelle abgebildet, die genau zeigt, wie viele Stufen es gibt und wo der Bonus- beziehungsweise der Malus-Bereich beginnt. Im Standardmodell gibt es 18 Bonus-Malus-Stufen. Die Stufen 0 bis 8 bilden den Bonusbereich, die Stufen 10 bis 17 den Malusbereich. Dazwischen liegt die Grundstufe 9 – der Einstieg ins Bonus-Malus-System. Der Einfluss der Bonus-Malus-Stufe auf die Prämienhöhe ist nicht zu unterschätzen: Im Standardmodell ist auf Stufe 16 und 17 bereits eine 200-prozentige Prämienhöhe vorgesehen.

Wichtig: Das Bonus-Malus-System ist nicht gesetzlich geregelt. Deswegen finden Sie, je nach Versicherung, viele abweichende Stufenmodelle. Es lohnt sich also, die Tabellen der Anbieter zu vergleichen. Einige Versicherungen haben zusätzliche Bonus-Malus-Stufen integriert, andere bieten sogar die Option eines „Freischadens“ an. Bedeutet: Trotz Schaden werden Sie nicht zurückgestuft.

Bonus-Malus-Stufe abfragen: Wo stehen Sie aktuell?

Um zu wissen, auf welcher Stufe Sie aktuell stehen, genügt ein Blick auf die Versicherungsrechnung oder die aktuelle Versicherungspolizze. Ihre Versicherung kann zu Ihrer Bonus-Malus-Stufe jederzeit Auskunft geben.

Wann verfällt die Bonus-Malus-Stufe?

Sollten Sie Ihr Auto abmelden und kein neues anmelden, ist Ihre Bonus-Malus-Stufe in der Regel noch zwölf Monate gültig bevor sie verfällt. Aber auch hier es Ausnahmen, die vom Versicherer abhängen. Viele Versicherungen räumen zum Beispiel Übernahmefristen von bis zu drei Jahren ein, wenn Sie dafür der Versicherung treu bleiben und sich mit Ihrem neuen Fahrzeug wieder hier versichern. Auch bei nexible verfällt die Bonus-Malus-Stufe erst nach drei Jahren.

Kein Problem: Bonusstufe beim Versicherungswechsel mitnehmen

Gute Nachrichten: Mit Ihrer Bonus-Malus-Stufe sind Sie nicht an einen Versicherer gebunden. Wenn Sie zu einer anderen Autoversicherung wechseln wollen, um Geld zu sparen oder einen besseren Leistungsumfang zu bekommen, nehmen Sie Ihre Stufe einfach mit. Das gilt auch, wenn Sie Ihr Auto abmelden und ein neues anmelden. Was dementsprechend nicht geht: Einen Malus loswerden, indem Sie die Versicherung wechseln.

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Bonus-Malus-Stufe übertragen: So geht’s

Sie können Ihre Bonus-Malus-Stufe nicht nur behalten, wenn Sie sich ein neues Auto zulegen oder die Versicherung wechseln: Oft kann Ihre Bonusstufe auch an Angehörige übertragen werden, damit diese von einer günstigeren Prämie profitieren. In Frage dafür kommen nahestehende Angehörige wie enge Verwandtschaft, Ehepartner*in, Kinder oder auch Geschwister, mit denen Sie einen Haushalt teilen. Im besten Fall können so Fahranfänger*innen, die recht hoch ins Bonus-Malus-System einsteigen würden, eine gute Bonusstufe, von zum Beispiel der Oma, übernehmen und sparen. Voraussetzung ist, dass die übertragende Person ihr eigenes Fahrzeug innerhalb des letzten Jahres abgemeldet hat. Um die Bonus-Malus-Stufe in Österreich zu übertragen, muss ein Formular, zum Beispiel eine Abtretungserklärung, unterzeichnet werden.

Auch bei nexible kann die Bonus-Malus-Stufe von Urgroßeltern, Großeltern, Eltern, Kindern, Ehepartner*innen, Enkel*innen und Urenkel*innen übertragen werden. Einzige Voraussetzung: Der/die Versicherungsnehmer*in muss mindestens 24 Jahre alt sein.

Mann mit weißem Bart und Frau mit roter Lederjacke machen ein Selfie im Auto
Bonus-Malus-Stufe von den Großeltern übernehmen und Geld sparen? Kein Problem!

Bonus-Malus-Stufe für einen Zweitwagen

Grundsätzlich ist es so, dass Sie für die erste Kfz-Versicherung Ihres Zweitwagens wieder auf der Grundstufe einsteigen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, die von Ihrer Versicherung abhängen. Einige Versicherer bieten einen Rabatt an, wenn sowohl Erst- als auch Zweitwagen über sie versichert werden. Manchmal kommt auch die sogenannte „Partnerregelung“ zum Einsatz: Der Zweitwagen wird dann mit dem/der Ehepartner*in als Fahrer*in versichert und bekommt dieselbe Bonus-Malus-Stufe wie der Erstwagen – das lohnt sich natürlich nur dann, wenn Sie im Bonusbereich unterwegs sind. Volljährige Kinder wären dann jedoch nicht abgesichert, wenn sie mal mit dem Auto unterwegs sind.

Tipps: Rückstufung im Bonus-Malus-System vermeiden

Um im Bonus-Malus-System nicht zu schnell in den Malusbereich zu rutschen, sollten Sie darauf achten:

  • Bietet Ihre Versicherung einen Freischaden an? So hätten Sie einen selbstverschuldeten Schadenfall gut, ohne herabgestuft zu werden. Aber beachten Sie: Der Freischaden gilt nur bei der Versicherung, bei der der Schaden auch gemeldet wurde. Wechseln Sie die Versicherung, könnten Sie trotzdem hochgestuft werden.
  • Gerade bei kleinen Schäden lohnt es sich oft, selbst für die Kosten aufzukommen, anstatt die Versicherung zahlen zu lassen. So bleibt Ihre Bonus-Malus-Stufe erhalten und sie sparen sich die teurere Prämie.

nexible* ist Experte für alles rund ums Auto, Digitales und vor allem Versicherungen. Das Ergebnis: Eine digitale Kfz-Versicherung, die nicht nur unkompliziert ist, sondern auch besten Schadenservice bietet. Hier erfahren Sie mehr – und können sich auch direkt Ihren Beitrag berechnen lassen.

* Die nexible Kfz-Autoversicherung ist ein Produkt des Risikoträgers nexible Versicherung AG

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