Wozu muss ich bei meinem Auto eigentlich regelmäßig nach der Kühlflüssigkeit schauen? Sollte das System nicht dicht sein – wie eine geschlossene Sprudelflasche?

Kühlsystem: Es geht um den Motor

Anna und ihr Assistent Benex erklären heute die Basics zum Thema Kühlsystem im Auto. Dabei geht es nicht um die Klimatisierung im Innenraum, sondern um das Wohlbefinden des Motors.

Behälter der Kühlflüssigkeit: Achtung, heiß!

Playmobilmännchen öffnet Deckel des Kühlwasserbehälters am Auto

Oberstes Gebot! Niemals den Behälter der Kühlflüssigkeit im betriebswarmen Zustand öffnen. Das Symbol auf dem Deckel vermittelt das zwar, aber das ist vielleicht nicht für alle verständlich. Gewinde gehen immer nach links, also entgegen dem Uhrzeigersinn, auf. Wer die Kühlflüssigkeit überprüfen möchte, sollte im Zweifel vorab im Bordbuch den richtigen Behälter nachschlagen.

Kühlflüssigkeitsstand: Auch von außen lesbar

Playmobilmännchen kopfüber in der Öffnung, wo im Auto Kühlflüssigkeit eingefüllt wird

Glücklicherweise sind Kühlflüssigkeitsbehälter in der Regel durchsichtig und haben eine Mindest- und Maximal-Markierung. Lediglich zum Nachfüllen muss das System vorsichtig geöffnet werden. Der Kühlflüssigkeitsstand variiert, je nachdem, ob der Motor kalt oder warm ist. Also am besten immer im gleichen Zustand prüfen.

Farbe der Kühlflüssigkeit: Rosa, Grün, Blau?

Zwei Schnappsgläser, jeweils mit grüner und rosa Kühlflüssigkeit befüllt, in der Playmobilmännchen baden

Verwirrend können die unterschiedlichen Farben der Kühlflüssigkeit sein. Es gibt sie in rosa, grün und blau. Umso kräftiger die Farbe ist, desto mehr Frostschutz ist im System. Die Farben sollten nicht vermischt werden, da der*die Mechatroniker*in beim nächsten Werkstattbesuch von einem Defekt (zum Beispiel Zylinderkopfdichtung) ausgehen könnte. Im Zweifel oder Notfall kann auch einfach normales Wasser nachgekippt werden.

Warum auch noch Frostschutz?

Playmobilmännchen sitzt auf rostiger Wasserpumpe fürs Auto

Warum ein Kühlsystem überhaupt einen Zusatz braucht, zeigt Benex an diesem Beispiel. Die alte Wasserpumpe aus Guss lag drei Wochen auf einer nassen Wiese. Natürlich ist sie von Rost befallen und fördert kein Wasser, da sie sich nicht mehr drehen kann. Frostschutz-Zusatz im Wasser ist also nicht nur im Winter wichtig, wenn der Motor einfrieren könnte, sondern auch im Sommer, um ihn vor Rost zu bewahren.

Wasser oder Konzentrat? Der Tester verrät es!

Playmobilmännchen sitzt auf Behälter für Kühlflüssigkeit, an dem ein Testgerät angebunden ist

Aber wie bekomme ich heraus, wie viel Frostschutzanteil in der Kühlflüssigkeit ist? Kann ich Wasser nachfüllen, oder muss ich das richtige Mittel nachkaufen? Das geht nur mit einem Tester. Bei regelmäßiger Wartung in einer Fachwerkstatt steht der Frostschutzgehalt auf dem Ölzettel, der Rechnung oder dem Gefäß. In der Regel beträgt er zwischen -30 und -40 Grad Celsius. Der kleine Prüfer ist als Zubehör auch für circa 15 Euro erhältlich. Bei einem großen Fuhrpark, der eventuell auch Oldtimer umfasst, macht die Anschaffung auf jeden Fall Sinn.

So funktioniert das Kühlsystem

Kühlflüssigkeit und Kühlsystem - so funktioniert's

So funktioniert, recht kompakt* gehalten, das Kühlsystem: Das Wasser wird im Kühler durch den Fahrtwind abgekühlt und wieder zurück in den Motor gepumpt – so geht es immer weiter. Sind Pumpe, Kühler oder Schläuche undicht, entweicht Flüssigkeit und das Wasser kann nicht mehr ideal zirkulieren.

*Die Skizze zeigt nur einen Bruchteil der Bauteile eines Kühlsystems.

Profi-Tipp von Anna: Regelmäßige Checks

Geöffnete Motorhaube in der leere Wasserflaschen liegen, Mechanikerin trinkt aus Wasserflasche

Viel Wasser trinken gilt ja als gesund – jedenfalls für uns Menschen. Bei Autos ist ein hoher Wasserkonsum eher ein schlechtes Zeichen und oft die Ankündigung für teure, aber auch vermeidbare Schäden – solange man den Verlust erkennt. Daher ist es ratsam, den Kühlflüssigkeitsverlust beim Auto regelmäßig zu kontrollieren. Ja, das gilt auch bei ganz neuen Autos zwischen den Wartungsintervallen. Ein Marder macht keinen Unterschied zwischen einem fabrikneuen oder einem älteren Gebrauchtwagen. Sicherlich hat fast jede*r von uns schonmal auf dem Standstreifen ein qualmendes Auto gesehen. Sehr häufig handelt es sich dabei um einen überhitzen Motor aufgrund von Kühlflüssigkeitsverlust oder anderen thermischen Fehlfunktionen.

Bei älteren Fahrzeugen sind kleine, bekannte Undichtigkeiten verkraftbar (je nachdem wo). Nachfüllen bis zu einem halben Liter pro Jahr ist dann im Rahmen. Dennoch macht es Sinn, die Werkstatt beim nächsten Kundenservice über den Mengenverlust zu informieren. Diese kann via Druckverlustprüfung feststellen, wo das Wasser entweicht und ob schnelles Handeln nötig ist.

Unsere Schrauberin

Hi, ich bin Anna, wohne in Stuttgart und bin Kfz-Mechanikerin. Ja, Mechanikerin. So heißt die Werkstatt­ausbildung, wenn man vor 2006 seine Gesellenprüfung abgelegt hat. Seit rund sieben Jahren biete ich Schrauberkurse für Frauen an. Seit elf Jahren arbeite ich als freie Journalistin. Und ab sofort erkläre ich hier im nexible-Blog Auto-Basics – und zwar so, dass sie jeder verstehen kann. Dabei geht es nicht darum, selbst am Auto zu schrauben, sondern darum, sich etwas besser zurecht zu finden. Also, los geht’s.

nexible* ist Experte für alles rund ums Auto, Digitales und vor allem Versicherungen. Das Ergebnis: eine Kfz-Versicherung, die nicht nur einfach und digital ist, sondern auch Top-Schadenservice bietet. Hier erfahren Sie mehr – und können sich auch direkt Ihre Prämie berechnen lassen.

* Die nexible Kfz-Versicherung ist ein Produkt des Risikoträgers nexible Versicherung AG.
Foto-Credits: Ingolf Pompe & Anna Matuschek

Das könnte Sie auch interessieren